Kitesurfen Gastbeiträge

Kitesurfen in Akyaka, Türkei (Gastbeitrag)

Willkommen im Kitesurf-Mekka der türkischen Agäis.

Gerade einmal 2.500 Einwohner zählt das kleine Dorf Akyaka in der türkischen Provinz Mugla. Vor eine Kulisse aus grünen Wäldern befindet sich die Bucht, in der von Mai – Oktober gekitet wird. Warum sich eine Kitereise in die Türkei lohnt, wie ein typischer Tag in Akyaka aussieht und was es sonst noch Wissenswertes rund um den Kitespot in Akyaka gibt, schildere ich Dir im folgenden Beitrag.

Akyaka ist Teil der „Cittàslow“

Das Sympathische an Akyaka ist, das Städtchen gehört zur Cittàslow. Hauptziele dieser Bewegung sind die Verbesserung der Lebensqualität und das Verhindern der Vereinheitlichung und Amerikanisierung von Städten. Um sich für die Mitgliedschaft zu qualifizieren, muss eine Stadt mindestens 50 % der Kriterien erfüllen. Diese erstrecken sich auf sieben Themenbereiche wie Umweltpolitik, Infrastrukturpolitik, urbane Qualität, Aufwertung der einheimischen Erzeugnisse, Gastfreundschaft, Bewusstsein und landschaftliche Qualität.

Wind & Kitespot in Akyaka

Thermischer Wind bringt täglich verlässliche 15-18 Knoten und startet gemütlich ab 12:00 Uhr. Einen zuverlässigen Forecast gibt es daher nicht. Fakt ist aber, dass es jeden Tag bläst, bläst und bläst.

Nur die wenigsten europäischen Kiter haben die Türkei auf dem Schirm. Leider, denn in der Türkei selbst gilt der Spot als angesagtester Treffpunkt unter Kitern aus Istanbul und dem Rest des Landes. 2017 und 2018 war Akyaka auch Austragungsort der GKA. Freestyle Profis wie Bruna, Carlos Mario und Youri Zoon haben mit ihrer Performance das türkische Kitemekka ordentlich gerockt und auf ihren Instagram-Profilen das erste Mal auf den Spot international aufmerksam gemacht.

Also alles ganz gemütlich und easy hier. Musik endet um 24:00 Uhr. Keine mehrgeschossigen Gebäude, um den Charme des urigen Dorfes nicht zu zerstören. Es gibt eine Surferbar, in der alle Kiter abends zu Live-Musik ihr Bierchen unter sich trinken.

Kitesurfen in der Türkei

Ein typischer Kitetag in Akyaka

Entspannt in den Tag starten

Akyaka ist neben dem Kitebeach für seinen eiskalten Fluss, Azmak bekannt. Dieser speist sich aus dem Wasser der Berge und hat eine eisige Wassertemperatur um die 5 Grad. Bei über 38 Grad Außentemperatur ist es also eine absolut erfrischende Erfahrung morgens nach dem türkischen Frühstück, bestehend aus vielen guten Sachen wie Oliven, Tomaten und Schafskäse, einmal den Jump ins kalte Wasser zu wagen. Danach ist man wach, garantiert.

Kitesurfen in Akyaka, Türkei

Ab an den Kitespot

Anschließend geht’s mit Coffee to go aus einem der kleinen Coffee Shops gemütlich zum Spot. Entweder zu Fuß vom Dorfkern am Strand lang (ca. 15 min), oder aber mit dem Taxi für 40 türkische Lira (ca. 6 EUR) und einer Fahrtzeit von ca. 7 min.

Über 8 Kiteschulen befinden sich an dem Strand und schulen im großzügigen Stehrevier. Das ist aber kein Problem, da der Spot riesig ist und durch einen natürlichen Steg in zwei Hälften unterteilt. Auf der einen Seite sind Schüler und Anfänger bestens aufgehoben. Dagegen kommen auf der anderen Seite des Stegs Freestyler und fortgeschrittene Kiter voll auf ihre Kosten. Für den, der sich beim Einstieg ins Wasser an den Schülern vorbei manövriert, ist hinten und auf der anderen Stegseite, Platz satt!

Kosten am Kitespot in Akyaka

Storage gibt es an den meisten Schulen für ca. 8 EUR am Tag. Der Kitebeach befindet sich im Naturschutzgebiet. Leider kostet es daher Eintritt. Allerdings nur für den, der wirklich kitet. Ca. 7 EUR muss hier bezahlt werden – ein Softgetränk inklusive. Dafür bietet der Spot alle Annehmlichkeiten wie Duschen, Toiletten, Restaurant & Beachbar. Ab und zu werden auch After-Kite-Partys organisiert, so dass man die Session mit einem Bierchen auf den gemütlichen Sitzkissen der Beachbar ausklingen lassen kann.

Restaurants in und um Akyaka

Abendessen, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bis zur Sunset Session gegen 18:00 herrscht immer noch viel Traffic auf dem Wasser. Danach begeben sich alle langsam Richtung Hotelzimmer, um abends im Dorfkern in einem der vielen Lokale zu essen. Das mediterrane heimische Essen ist lecker und günstig. Alternativ gibt es auch etwas ausgefallenere Lokale, die Burger, Pizza oder Pasta nach europäischem Muster anbieten. Für eine Hauptspeise inkl. Getränk muss man ca. 8 EUR einplanen.

Abendprogramm, für alle die wollen

Danach treffen sich die Kiter in der Surfers Bar No 22. Dort treten abwechselnd DJs oder Live Künstler auf, die in der kleinen Bar einheizen. Wie gesagt, pünktlich um 24:00 ist musikalisch in der Slow City Schluss. Dann hat der Kiter die Wahl, sich in sein Bett zu begeben oder aber zu Elektrobeats im Club Space weiter zu feiern. Dieser Underground Club hat sich seine Position auf der Stadtgrenze zu Nutze gemacht und bietet bei minimalistischer Elektromusik und futuristischen Cocktails doch noch eine Alternative für die Feierwütigen entgegen der Slow City Regel. Zumindest bis 2.00 Uhr. Dann ist auch hier Schluss.

Das kleine Dorf Akyaka in der Türkei

Warum ihr unbedingt einmal nach Akyaka kommen solltet

So oder so, bietet die kleine türkische Perle Akyaka alles was das Kiterherz begehrt, wie z. B. einen einzigartigen Kitespot mit verlässlichem, auflandigen Wind. Außerdem eine Community, in der man sich wohl fühlt und viel zusammen lacht, feiert und natürlich kitet. Und zu guter Letzt wird das ganze abgerundet von leckerem Essen und guten Drinks.

Apropos Drinks: Ihr solltet wissen, dass Alkohol in der Türkei nicht mehr und nicht weniger kostet, als in Deutschland, da die Regierung importierten Alkohol leider ordentlich besteuert.

Anreise nach Akyaka

In 3 Flugstunden erreicht ihr die Anreiseflughäfen Dalaman oder Bodrum. Von Dalaman sind es gerade einmal 40 min Fahrtzeit nach Akyaka – von Bodrum dagegen sind es ca. 1,5 Stunden, die zurückgelegt werden müssen. Ab Dalaman Airport fährt ein lokaler Bus für 4 bis 5 Euro bis vor die Stadtgrenze Akyakas. Von Bodrum aus muss man ein Taxi für ca. 40 Euro nehmen. Sun Express, Tui Fly oder Eurowings bieten regelmäßige Direktflüge an.

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Zur politischen Situation in der Türkei

Viele trauen sich nicht auf eigene Faust in die Türkei. Gerade weil die türkische Regierung in den deutschen Medien viel thematisiert wird. Akyaka ist hier so etwas wie eine Bubble. Ein safe Place sozusagen – von weltoffenen Kiter besetzt, bei denen sich wirklich alles nur um das Kiten dreht. Aus ihrer Anti-Regierungshaltung macht die Community auch kein Geheimnis und hofft eben auf eine baldige Änderung.

Zur Gastautorin

Mine ist Deutsch-Türkin und lebt in Akyaka. Demnach ist sie bestens vernetzt und kann dir durchaus bei der Organisation deiner Kitereise in die Türkei behilflich sein. Egal ob Flug, Hotel oder auch den Storage vor Ort. Aber auch für individuelle Fragen steht Sie gerne Rede & Antwort.

Sie war schon in Brasilien, Capetown, Tarifa und vielen weiteren Spots und kennt also die Vor-und Nachteile verschiedener Kitemekkas. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, mehr Leute für ihren Heimatspot zu begeistern. Hinterlass mir gerne einen Kommentar oder schreibe mir eine Nachricht falls du die Kontaktdaten von Mine benötigst oder schau direkt auf ihrer Seite vorbei. Dort findest du noch mehr Infos zu Unterkünften, Verpflegung und zum Kitespot. Und hier gehts direkt zu ihrem Instagram Kanal.

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Optimistische, sportbegeisterte & sture Trotzdem-Macherin. Seit ich 2012 das erste Mal meinen Rucksack gepackt habe, bin ich zum Reise-Suchti mutiert. Immer auf der Suche nach dem Neuen und Unbekannten.

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