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Straßenhunde in Montenegro – vom Straßenhund zum Weltenbummler #10

31.08.2022 Kastrosykia, Griechenland – Tag 327 von 423 meiner Europareise

Straßenhunde in Montenegro ist ein Thema das ich vor der Reise gar nicht so wirklich im Blick hatte. Dennoch haben wir immer gesagt: “Wenn uns auf dieser Reise ein Tier begegnet ist, das Hilfe braucht, dann bekommt es Hilfe”. Dass der Moment wirklich kommen sollte, war mir bis vor ein paar Wochen tatsächlich nicht bewusst. Und dann war sie da, unsere kleine Räuberin, die  uns im Handumdrehen verzaubert hat.

Ab zum Tierarzt, die erste Fahrt im Van

3 Tage ist sie uns kaum von der Seite gewichen, hat direkt im Van geschlafen und auch vor den anderen Straßenhunden nun ihr “ Territorium“ verteidigt. Wir waren total baff, es hat sich echt danach angefühlt, als ob sie sich uns ausgesucht hat. Und dann kam die Entscheidung, Sonntagabend – rein aus dem Bauch: Morgen früh geht´s zum Tierarzt. Auf der einen Seite wollten wir sie natürlich auf Krankheiten untersuchen lassen, außerdem benötigte sie verschiedene Impfungen und einen Chip für die Weiterreise. Glücklicherweise (oder dem Schicksal geschuldet?!) war keine 10 km weiter eine Tierärztin die schon laut der Google Rezessionen einen fantastischen Ruf hat und sich ebenfalls mit dem Thema “Export” auskennt.

Punkt halb 8 am nächsten Morgen verfrachteten wir die kleine Hündin  in den Bus, was gar nicht so einfach war, denn ihre Streunerfreunde waren natürlich auch mit von der Partie und mein schlechtes Gewissen überkam mich. Aber schon 5 Minuten später lag sie absolut entspannt unter dem Tisch im Van und schlief. Bei der Tierärztin in Nikšić angekommen, verzauberte die Kleine auch Sie und ihr gesamtes Team. Die Ärztin Alexandra war super überrascht, dass wir die Kleine an einem See ganz in der Nähe gefunden hatten, denn sie kümmert sich ehrenamtlich um die Streuner in der Umgebung und kennt sie alle.

Herzlich Willkommen Negra!

Nach ein paar Untersuchungen war klar: Sie hat keinen Besitzer und ist gesund. Es steht also nichts im Wege, sie mitzunehmen. Herzlich willkommen Negra. Dann kam der organisatorische Part, Negra braucht einen Pass, alle nötigen Impfungen und auch einen Chip. Alexandra erklärte uns das weitere Vorgehen: zunächst war die Entwurmung dran, ein paar Tage später waren die Impfungen und der Chip. Alles in allem für rund 75 Euro, wobei sie uns sogar noch keinen Rabatt angeboten hatte. In Deutschland kostet eine solche Prozedur locker das Vierfache. In Montenegro ist man  einfach so dankbar und glücklich um jeden Hund, der ein Zuhause findet.

Straßenhunde in Montenegro

Schon in Kroatien hat man hier und da Straßenhunde gesehen, in Montenegro dagegen waren sie einfach überall – egal ob in der Stadt oder an der Küste. Es gab einfach keinen Stellplatz ohne, dass drum herum der ein oder andere Streuner war.

In Nikšić, 10 km vom Lake Slano entfernt, an dem wir Negra kennengelernt haben, hat sich Alexandra und ihr Team  zum Ziel gesetzt, den vielen Streunern auf der Straße zu helfen. Sie geht mit ihrem Team raus, sammelt Hunde ein, kastriert, impft und verarztet sie wenn nötig. Danach bekommen sie eine blaue Marke am Ohr.

Spendenaktion und Pilotprojekt

Kurz nachdem wir von unserem ersten Besuch beim Tierarzt kam, kam mir die spontane Idee einen Aufruf über Instagram zu starten. So viel Arrangement muss einfach unterstützt werden. Mit Hilfe meiner großartigen Community kamen innerhalb von 24 Stunden 300 Euro zusammen, auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank. Ich hätte mir gewünscht, ihr wärt bei Übergabe des Geldes dabei gewesen, die vielen strahlenden Gesichter haben mein Herz höher schlagen lassen! Wer Lust hat mehr über Alexandra und ihr Team zu erfahren und vielleicht noch den ein oder anderen Euro für eine gute Sache zu spenden, schaut doch mal bei Straycoco vorbei, hier wird das Hilfsprojekt nochmal im Detail vorgestellt.

Und hier bin ich gerade

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Optimistische, sportbegeisterte & sture Trotzdem-Macherin. Seit ich 2012 das erste Mal meinen Rucksack gepackt habe, bin ich zum Reise-Suchti mutiert. Immer auf der Suche nach dem Neuen und Unbekannten.

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