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Kitesurfen an der Ostsee

Insbesondere während der letzten paar Monate hat sich die Ostsee zu einem der beliebtesten inländischen Reiseziele für Kitesurfer entwickelt. Denn entgegen vieler Meinungen, hat die Ostsee aufgrund ihrer Angrenzung an Deutschland mit über 900 Kilometern sämtliche Arten von Kitespots für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis zu bieten. Von Welle, über Stehrevier und Flachwasser ist alles dabei. Und das Beste daran ist: es ist relativ sicher. Denn im Vergleich zur Nordsee, machen sich die Tiden und die dazu gehörigen Strömungen an der Ostsee weniger bemerkbar. Während die Ostsee sich an den meisten Kitespots immer relativ “unauffällig” verhält, können die Kitespots an der Nordsee schon mal einen “kleinen” Wassermangel aufweisen.

Übersicht

Empfohlene Reisemonate: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November,

Level: Beginner, Aufsteiger und Fortgeschritte

Wind: Leicht, moderat und stark 

Spot Konditionen: Flachwasser, Kabbelwelle und Welle

Geeignet für: Familien, Paare, Gruppen und auch Alleinreisende

Freizeit: Camping, Fahrrad fahren, Cafés, Restaurants

Vor- und Nachteile

+ Immer kitebar (unabhängig von Tiden und Jahreszeiten)

+ Aufgrund des großflächigen Stehbereichs relativ sicher

+ Super viele Spots für unterschiedliche Level

– oftmals sehr voll (selbst im Winter)

– Immer ein Neo notwendig (im Winter auch Haube, Handschuhe und Neoprenschuhe)

Wind, Wetter, Wassertemperatur und die beste Reisezeit zum Kitesurfen an der Ostsee

Aufgrund der eher kräftigen Winde und Herbststürme, gelten die Herbst- und Frühlingsmonate von Oktober bis April grundsätzlich als die windreichsten Monate. Aufgrund der vielen Hochdruckgebiete im Sommer fällt die Windausbeute in diesen Zeiten im Verhältnis eher geringer aus. Dennoch haben die letzten zwei Jahre gezeigt, dass der Wind auch in wärmeren Monaten präsent sein kann. Falls doch kein Wind sein sollte, ist dies kein Grund zum Verzweifeln. Denn einige der Spots bieten auch ohne Wind vielerlei Vergnügungsmöglichkeiten, sodass sich ein Besuch und oder Campingausflug auch ohne große Windausbeute lohnt.

Wind und Saison

Grundsätzlich sind die Monate April – Oktober die schönsten und wärmsten Monate zum Kiten. Mit viel Glück hat man hier sogar die Möglichkeit im Shorty zu kiten. Normalerweise ist die Sommerzeit allerdings die Zeit für 4/3er Neo.

Wassertemperatur

Trotz der hohen Tagestemperaturen sollte man unbedingt daran denken mindestens einen 4/3er, (wenn nicht sogar einen 5/4er Neo für die Frostbeulen unter uns 🙂 ) einzupacken. Denn trotz verhältnismäßig warmer Tagestemperaturen, wärmt sich das Wasser der Ostsee normalerweise bis maximal 20 Grad auf. Und das kann mit steigender Windstärke doch etwas kalt werden.  

Kitespots zum Kitesurfen an der Ostsee

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Saaler Bodden

Der Saaler Bodden ist eines der größten Stehreviere in ganz Deutschland. Aufgrund seiner Größe und der guten Park- und Übernachtungsmöglichkeiten zieht er jedes Jahr viele Wassersportler an. Da man mehr oder weniger fast direkt am Wasser parken kann, bietet dieser Spot den großen Vorteil quasi vom Bett auf’s Brett gehen zu können. Das lästige Schleppen der Kite-Utensilien fällt somit aus und man kann sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren: Das Kiten. Aufgrund seines großen Stehbereichs, hat der Spot in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen, sodass es an windigen Tagen schon mal ziemlich eng auf dem Wasser werden kann. Zwar wird der Aufbaubereich in den meisten Fällen wirklich nur zum Aufbauen, Starten und Landen der Kites und Windsegel genutzt, dennoch ist der Einstiegsbereich mit circa 30m nicht unbedingt groß, sodass man man hier noch ein wenig mehr auf den Sicherheitsabstand achten muss als an anderen Spots.

Am Spot direkt befinden sich zwei Kite-Schulen, sodass diejenigen, die noch nicht ganz so sicher auf dem Brett sind oder sich mit professioneller Unterstützung verbessern wollen, die Möglichkeit haben diese entgeltlich zu erhalten. Aufgrund der relativ weiten Entfernung zum nächsten Supermarkt ist hier Selbstversorgung angesagt. Lediglich kleinere Snacks können an den Kite-Schulen erworben werden.

Der Parkplatz an den Bodden ist gebührenpflichtig. Für das Parken werden rund 7 EUR, für Übernachtungen rund 13 EUR fällig. Toiletten sind vorhanden, jedoch keine Duschen.

  • Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer (Anfänger, Fortgeschrittene, Profis)
  • Revier: Kabbelwelle, Stehbereich
  • Windrichtung: SW, W, NW

Ummanz/Ummaii

Direkt am Campingplatz Suhrendorf gelegen befindet sich eines der populärsten Surfgebiete im Schutz der Insel Hiddensee – die Insel Ummanz. Aufgrund ihrer Idylle wird die kleine Insel auch Ummaii genannt. Hier kann man auch abseits vom Wind entspannen. Dennoch ist Ummaii als super Surfgebiet für Anfänger, Fortgeschrittene und auch Profis bekannt. Aufgrund des großen Stehreviers bietet der Spot Platz für alle. Lediglich der Einstieg ist etwas klein (und sehr glitschtig), sodass man hier etwas vorsichtiger sein muss. Gefahren gibt es keine. Grundsätzlich ist das Gebiet mittels farbiger, leicht erkennbarer Bojen in unterschiedliche Zonen für Wind- und Kitesurfer und einen Naturschutzbereich unterteilt. Insbesondere die Abgrenzung zum Naturschutzbereich sollte unbedingt eingehalten werden.

Infrastruktur: Da der Surfspot in Suhrendorf direkt an einem Campingplatz liegt (hier sind auch Tagestickets erhältlich), ist für sämtliche Infrastruktur wie bspw. sanitäre Anlagen gesorgt. Auch eine Kiteschule ist vor Ort, sodass Anfänger oder Fortgeschrittene, welche ihre Skills mit professioneller Unterstützung erweitern möchten, hier Unterstützung finden.

  • Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer (Anfänger, Fortgeschrittene, Profis)
  • Revier: Flachwasser, Kabbelwelle, Stehbereich
  • Windrichtung: NNO, N, NNW, NW, SNW

Rostock – Warnemünde

Mit seinen rund 200.000 Einwohnern und seiner Lokation am Meer begeistert Rostock nicht nur Touristen oder Studenten – auch bei Wellenreitern, Wind- und Kitesurfen steht die Stadt aufgrund ihrer Surfspots hoch im Kurs. Der wohl bekannteste Surfspot ist Warnemünde. Dieser ist insbesondere für Wellenliebhaber zu empfehlen. Denn aufgrund des Fährverkehrs laufen die Fährwellen ziemlich clean rein und können mit viel Glück auf eine Größe von über einem Meter anwachsen. Doch auch ohne die Fähre können sich – in Abhängigkeit von Wind und Wetter – Wellen von bis zu 2,5m Höhe bilden. Aufgrund der vielen Touristen, die insbesondere in den Sommermonaten ans Meer strömen ist großes Publikum hier garantiert.

Der Kitebereich befindet sich beim Strandaufgang 13 vor dem Hotel Neptun. Hier ist zu beachten, dass der eigentliche Surfbereich hinter der Badezone liegt. Dies ist leider für den Aufbau, sowie Anfänger nicht optimal, da man mindestens 500m rausfahren muss und es keinen Stehbereich gibt. Grundsätzlich ist das Kitesurfen in diesem Bereich rund ums Jahr erlaubt, dennoch gestaltet sich dies aufgrund der hohen Anzahl an Touristen insbesondere in den heißen Sommermonaten als echte Herausforderung.

Aufgrund seiner Nähe zum Meer bietet Warnemünde auch unabhängig vom Wind viel zu sehen und zu erleben. Events wie die Warnemünder Woche laden zum Schlendern, Shoppen und Feiern ein.

Fehmarn

Selbstverständlich liegt unsere Lieblingsinsel Fehmarn auch an der Ostsee. Beiträge zur und über die Sonneninsel findest Du hier.

Unterkünfte

An Unterkünften mangelt es an der Ostsee nicht. Egal ob ein einfaches Zimmer, Ferienwohnung oder Hotel. Hier ist für jeden Geschmack und Geldbeutel was dabei, schau doch mal direkt bei Booking* rein:

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Fragen und Antworten

Kann man an der Ostsee Kiten lernen?

Ja, man kann an der Ostsee Kiten lernen. Die Ostsee hat einen super großen Stehbereich, der sehr anfängerfreundlich ist. Auch deshalb befinden sich sehr viele Kiteschulen an den beliebten Ostseespots.

Kann man an der Ostsee campen und Kiten?

Ja, es gibt viele Spots an der Ostsee, an denen man gleichzeitig Campen und Kiten kann, da viele Kitespots direkt an den Campingplätzen liegen. Grundsätzlich befinden sich die meisten Campingplätze an der Ostsee in unmittelbarer Nähe zum Wasser.

Wildcampen an der Ostsee und auf Fehmarn?

Ganz großes “NEIN!”. Das Wildcampen ist gesetzlich an sämtlichen Spots untersagt. Aufgrund der vielen Verstöße über die letzten Jahre, welche insbesondere während der letzten Monate nochmals deutlich angestiegen sind, wird hier streng kontrolliert. Sollten Campingplätze zu teuer oder bereits ausgebucht sein, bieten lokale Bauern häufiger die Möglichkeit an dort zu stehen und zu übernachten. Einfach mal bei den Locals fragen oder vorher im Netz schauen. Die meisten haben bereits eine kleine Internetpräsenz.

Lesetipp:

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Freiheitsliebend und sportbegeistert. Überall auf der Welt zu Hause. Motto: Stay Stoked.

12 Kommentare

  1. Hi Isabell,
    die Ostsee ist mein Lieblings Urlaubsziel im Sommer.
    Ich hatte auch schon einmal versucht Kitesurfen auszuprobieren, jedoch hatte die Surfschule bei der ich angefragt hatte kein Interesse das Ganze mit mir auszuprobieren.
    Sie haben Versicherungsrechtliche Gründe vorgeschoben aus denen das Ganze nicht möglich wäre.
    Ich werde es in meinem kommenden Sommerurlaub einfach noch einmal probieren, vielleicht finde ich eine Schule die es möglich macht, dass auch ich trotz Blindheit das ganze einmal als Sozius ausprobieren kann.
    LG
    Stephan von Blindfuchs.de

    • Izzy Antworten

      Hi Stephan,

      mach das auf jeden Fall! Am besten dann mit einer anderen Surfschule ;o)
      Ich wünsche Dir ganz viel Spaß und Erfolg bei den ersten Versuchen.

      LG
      Izzy

  2. Hallo,
    Den Sport habe ich noch nie gemacht. Ich habe die Kite Surfer aber immer gern beobachtet. Ich denke, dass ist ein tolles Erlebnis. Dadurch, die Reisebeschränkungen bestehen kann ich mir gut vorstellen, dass die Ostsee zunehmend für diesen Sport interessant ist. Wind und Wellen gibt es genug.
    Lg Ute reist

    • Izzy Antworten

      Hi Ute,

      das ist richtig. Ich denke auch, dass die Ostsee noch beliebter wird, als sie ohnehin schon ist. 🙂

      LG
      Izzy

  3. Liebe Izzy,

    von Kitesurfen habe ich schon mal gehört, es aber noch nie ausprobiert. Daher waren ganz besonders die Infos für Anfänger super interessant für mich. Ich könnte mir vorstellen, dass alle aus meiner Familie daran Spaß hätten. Und da dieser Sommer vermutlich auch wieder ein Heimspiel wird, wäre das ja mal eine richtig coole Idee so etwas zu lernen.
    Deinen umfassenden Beitrag lege ich mir gleich in meinen Favoriten ab, damit ich ihn dann zur Urlaubsplanung und Umsetzung gleich wieder zur Hand habe.

    Liebe Grüße
    Mo

    • Izzy Antworten

      Liebe Mo,

      cool, vielen Dank! Bei Fragen kannst Du Dich gerne nochmal per Instagram oder PN melden. Schau Dich gerne mal ein bisschen auf unserem Blog um, hier findest Du sicher bereits einige Infos, die interessant für Dich/Euch sein könnten 🙂

      LG,
      Izzy

  4. Ein toller Artikel mit vielen nützlichen Infos. Ich glaub, ich hab dir ja schon erzählt, dass ich deine Beiträge gerne meinem kitebegeisterten Bruder weiterleite. Mach ich auch jetzt wieder.
    Viele liebe Grüße
    Sandra

  5. Hallo,

    ich habe es noch nie ausprobiert aber zugeschaut. Wenn bei Kiel die Leute an Strand Kitesurfen gemacht haben. Fand das immer spannend zum Zusehen. Selber habe ich mich nie getraut. Toller Artikel von dir…
    Schöne Bilder die dazu passen. Für jemand der ausprobieren möchte eine tolle Einleitung .

    Liebe Grüße
    Julia

    • Izzy Antworten

      Hi Julia,

      vielen Dank für das Kompliment. Nur Mut, aller Anfang ist schwer. Einfach ausprobieren ;o)

      LG
      Izzy

  6. Liebe Isa,
    Ich habe tatsächlich erst vor einigen Wochen oder Monaten einen Artikel über die Ostsee für ein Reisemagazin geschrieben – und bei der Recherche bin ich auch darauf gestoßen, dass man hier gut kitesurfen kann – da musste ich direkt an dich denken.
    Das mit dem Neoprenanzug, den man das ganze Jahr über braucht, ist sicher etwas lästig – aber gerade jetzt in der Zeit der eingeschränkten Bewegungsfreiheit, stelle ich es mir toll vor, dass man als Kitesurfer eine Altenrative im Inland hat.
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

  7. Liebe Isabelle,
    wir lieben sie Ostsee, zu jeder Jahreszeit und coronaunabhängig.
    Kitesurfen haben wir allerdings noch nicht ausprobiert. Mein favorisierter Sport ist es wohl auch nicht – ich mag nicht so gern unkontrolliert ins Wasser fallen und – mit dem Kopf unter Wasser – die Orientierung verlieren.
    Vielleicht sollte ich daran auch mal arbeiten. Das Schwimmenlernen des Kindes würde sich dazu anbieten…
    Herzlichen Gruß
    Anja

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