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Reiseplanung Philippinen – 6 Dinge die du bedenken solltest!

Die Reiseplanung für die Philippinen hat mich persönlich ziemlich gefordert, zu ungewiss war das Wetter, zu groß die Auswahl an Inseln und zu undurchsichtige die Informationen im Netz. Deshalb möchte ich dir heute 6 Tipps geben die du unbedingt bei der Planung beachten solltest.

1. Du kannst nicht alles sehen!

„Wir reisen für 3 Wochen auf die Philippinen und möchten verschiedene Inseln bereisen. Geplant sind: Cebu, Negros, Bohol, Siquijor, Siargao, Palwan. Außerdem würden wir gerne Wahlhaie sehen, auf jeden Fall die Chocolate Hills besuchen und auch gemütliche Tage am Strand verbringen (ggf. auch schnorcheln). Könnt ihr mir Tipps geben für die Reiseplanung Philippinen?“  – solche oder ähnlich Beiträge lese ich immer wieder in Foren.

Natürlich kann jeder seinen Urlaub nach seinen Wünschen gestalten, allerdings möchte ich euch ein paar Anregungen mitgeben, die ihr ggf. bei eurer Routenplanung beachten könnt:

  • Egal ob 2 oder 4 Wochen Urlaub auf den Philippinen, ihr könnt nicht alles sehen.
  • Auch wenn ihr „nur“ von einer zur nächsten Insel fliegt/fahrt, rechnet den Tag mindestens als halben wenn nicht als ganzen Reisetag, denn auf den Philippinen geht alles ein bisschen langsamer. Die Filipinos haben eine Gemütlichkeit, von der sich manch Europäer ein Stück abschneiden sollte.
  • Rechnet mit Verspätungen der Flüge und Fähren, je nach Wetter kann schon der ein oder andere Flug bzw. die Fähre ausfallen bzw. verspätet starten.
  • Wollt ihr Land und Leute kennenlernen, oder durch das Land „rennen“ um ausschließlich die „Hot Spots“ des Landes zu sehen?

2. Wetter/Reisezeit

Die Antwort auf die Frage nach der besten Reisezeit ist nicht ganz einfach und hat mich vor unserer Reise einige Stunden Recherche gekostet. Um es nicht zu spannend zu machen: Es ist schwierig eine pauschale Einteilung für alle Inseln der Philippinen vornehmen, allerdings gibt es einige Faktoren die es zu beachten gibt:

Da die Gebiete der 3 Inselgruppen sehr weitläufig sind und sich zwischen dem nördlichen Wendekreis bis hin zum und dem Äquator erstrecken, sprechen die Filipinos nur von „dry-season“ und „rainy-season“:

Die Regenzeit dauert in den meisten Gebieten von Juni/Juli bis Oktober/November. Allerdings gibt es viele Ausnahmen und auch starke Unterschiede, wie hoch das Regenrisiko wirklich ist. (Kleiner Tipp am Rande: Vertraut lieber nicht auf deutsche Wetter Apps, wenn es nach diesen geht, regnet es auf den Philippinen das ganze Jahr über).

Die Trockenzeit, dauert meist von Dezember bis Mai, allerdings gibt es auch hier einige Ausnahmen.

Das nur als ersten Eindruck, es gibt keine feste Regel oder Garantien. Außerdem hat das Wetterphänomen El Niño bzw. La Niña auch noch enormen Einfluss auf das Wetter auf den Philippinen, so dass das Wetter schon auf der Nachbarinsel ein ganz anderes sein kann.

Mein Tipp: Macht euch nicht vom Wetter abhängig, die Philippinen sind auch im Regen wunderschön und man kann jede Menge unternehmen. Auch wir hatten immer mal wieder kurze Regenschauer, alles halb so wild 🙂

3. Transport

Da die Philippinen aus 7107 Inseln bestehen, von denen etwa 1000 bewohnt sind, ist das Reisen dort nicht so einfach wie beispielsweise in Thailand und kostet Zeit. Auf den Inseln selbst bewegt man sich am häufigsten per Jeepney oder Motorbike fort. Ein Jeepney ist ein Minibus der meist recht überfüllt ist, aber einen schnell und umkompliziert von A nach B bringt.

Meist haben die Minibusse eine feste Route, einfach nachfragen. Bunt bemalt sind sie alle, je nach Insel unterscheiden sie sich ein wenig in Form & Farbe. Was immer gleich ist, ist der Eingang  am Ende des Fahrzeugs, die schmalen Fenster und langen Bänke. Die Jeepneys sind ein Erlebnis für sich und man sollten es sich nicht entgehen lassen, zumindest einmal mit einem zu fahren. Ein Motorbike kannst du dir tageweise ausleihen, die Kosten belaufen sich auf ca 4,- bis 6,- Euro am Tag.  

Außerdem gibt es auf den Philippinen noch die Tricycles –  Motorräder mit Beiwagen – die einen recht schnell und landestypisch von A nach B bringen. Natürlich gibt es auch Reisebusse auf manchen Inseln, wir selbst sind jedoch mit keinem gefahren.

Flugzeug, Bus oder Fähre?

Abhängig vom jeweiligen Reisebudget, auch auf die Reisedauer bezogen gilt die grundsätzliche Entscheidung, entweder von Insel zu Insel zu fliegen, oder die Zeit zu haben eine günstige Fähre zu nehmen. Wenn die Entfernungen nicht zu groß sind, kannst du die Fähre dem Inlandsflug vorziehen, ein bisschen Geld sparen, natürlich gibt es auch für längere Überfahrten Fähren, kam für uns aufgrund der Reisezeit von teilweise mehr als 20 Stunden nicht in Frage.

Insgesamt kann das Reisen von einem zum nächsten Ort sehr lange dauern und kann daher auch anstrengend werden. Fähren fahren schon mal früher oder später als geplant, nicht selten kommt es auch vor, dass sie wegen des Wetters gar nicht auslaufen können.

Dasselbe gilt jedoch natürlich auch für Flüge. Meiner Meinung nach ist der größte Fehler den man bei der Reiseplanung für die Philippinen machen kann,  zu exakt oder zu weit im Voraus zu planen, denn nicht alles ist planbar.

4. Essen

Das Essen war für uns sicherlich kein Grund auf die Philippinen zu fliegen, aber das wussten wir auch schon vorher. Obwohl die asiatische Küche in verschiedenen Ländern als überaus gesund und sehr abwechslungsreich gilt, können wir das von unserer Reise auf die Philippinen nicht bestätigen.  

Zwar wirst du hier und da, in den lokalen Küche auch Spuren der traditionellen spanischen, der chinesischen, der indischen und amerikanischen Küche entdecken, dennoch sind es nur Spuren und das Essen wirkte für uns meist nicht abwechslungsreich. Das Grundgerüst einer Mahlzeit ist immer Reis, Gemüse und Fleisch oder Fisch.

Reiseplanung Philippinen, was du beachten solltest!

Auf den kleineren Inseln wird meist Reis mit Rindfleisch, Schweinefleisch, Huhn oder Fisch angeboten, manchmal gibt es hierzu Gemüse. Ab und an kannst du Glück haben und bekommst Garnelen, Krabben und Langusten oder auch Muschelgerichte. Auf Siargao beispielsweise gab es jede Menge Auswahl an frischem Fisch & Meerestieren, aber auch genug Restaurants mit europäischen Essen oder Fast Food

Siargao auf den Philippinen

In den Städten größerer Inseln gibt es reichlich Auswahl an Essen, hier hat sich die  Fastfood Küche etabliert, läufst du beispielsweise durch die Straßen von Manila wird dich die Masse an Fastfood Restaurants fast erschlagen.

Spezialitäten:

Balut – Wer ein Balut  „Entenei“ probieren möchte, der muss, meines Erachtens, wirklich hart im Nehmen sein. Ein gewisser westeuropäischer gesunder Zweifel kann hier  schon entstehen.  Balut ist ein halb ausgebrütetes Entenküken, welches mit Essig und Salz, oder Salza gegessen wird. Im Inneren des halb ausgebrüteten Ei ist ein fast ausgewachsener sehr klar definierbarer Entenembryo mit Schnabel.

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Spanferkel – ein am Spieß gebratenes Spanferkel, wird zu festlichen Anlässen serviert (Lechonbaboy).

HaloHalo – ein beliebte Eisgericht mit Kokosnussgeschmack wird an jeder Straßenecke angeboten. Wo es geht, solltet ihr euch mit Mangos vollstopfen. Die leckere philippinische Frucht gilt als eine der besten der Welt.

5. Kosten/Geld

Mit deiner Kreditkarte erhältst du Bargeld an den Geldautomaten, umso größer die Insel umso mehr Geldautomaten (vielleicht mit ein paar Ausnahmen wie z.B. Palawan). Bitte bedenke, dass die Geldautomaten teilweise defekt oder vielleicht auch schon leer sind und nur in bestimmten Abständen gefüllt werden. Ein bisschen Bargeld solltest du daher immer in der Hinterhand haben.

Eine allgemeine Aussage über die Reisekosten auf den Philippinen ist nur schwer möglich. Je nach Reisezielen, Aktivitäten und Kategorie der Unterkunft variieren die Kosten stark. Allerdings ist es auch auf den Philippinen wie in den meisten anderen Ländern in Südostasien: die Lebenshaltungskosten sind deutlich günstiger als in Europa.

Trotzdem möchte ich euch hier einige Anhaltspunkte und Beispiele geben:

Dienstleistungen sind sehr günstig.

Für ca. 4 Euro bekommt man eine Taxifahrt von einer halben Stunde, einen einfachen Haarschnitt hat José für 1 Euro bekommen, eine einstündige Massage für ca. 5 Euro.

Lokale Lebensmittel sind günstig

Getränke: San Miguel ca. 1 Euro, 500 ml Wasser ca. 50 Cent, 1 Päckchen Nescafé ca. 5 Cent, Cappuccino (Sieb Träger Maschine – sehr selten!!!) ca. 1-2 Euro

Essen: Lunch mit Kaffee für 2 Personen: 5-15 Euro, Empanadas 20-30 Cent,

Tip: Umso weiter ihr euch von eurem westlichen Standards und den Tourismus Hochburgen entfernt, desto günstiger und landestypischer wird es.

Unterkünfte: können, müssen aber kein Schnäppchen sein

Einfache Backpacking-Unterkünfte kosten zwischen 10 und 30 Euro (Doppelzimmer) je nach Region. Wir haben aber auch einmal aus der Not heraus in einer Junior Suite  für 75 Euro die Nacht geschlafen.

Mit 10 Euro/Nacht war unsere günstigste Unterkunft auf Cuyo, direkt am Meer. Hier haben wir wirklich super, super gerne gewohnt.

Sonstige Kosten:

Benzin 1l ca. 1 Euro, Zigaretten ca. 1,50 Euro. Ein Tagesausflug zu einem Tauchrevier mit Verpflegung und Tauchgang ca. 50 Euro, private Kitestunden mit eigenem Equipment liegen etwa zwischen 35 und 50 Euro.

Fazit:

Mit einem Reisebudget von ca. 20-30 Euro am Tag kommt man als Backpacker mit wenig Ansprüchen gut klar. Wer viele Aktivitäten wie bspw. Tauchgänge, Kitestunden und Extras wie Ausflüge, geführte Touren etc. bucht, muss natürlich noch ein paar Euros drauf legen.

6. Sicherheit

Reisewarnungen:

Gerade im Süden gibt es von muslimischen Rebellen beherrschte Regionen und das Auswärtige Amt hat für die betroffenen Gebiete Reisewarnungen ausgesprochen. Auch wenn einem nach der Durchsicht der Sicherheitswarnungen über die Philippinen ein etwas mulmiges Gefühl beschleicht, ich habe mich zu jeder Zeit sehr sicher gefühlt. Allerdings möchte ich keine direkte Empfehlung aussprechen. Tatsache ist, dass es für Teile der Philippinen eine Reisewarnung gibt. Fakt für mich persönlich ist aber auch, ich hab mich zu keiner Zeit unwohl oder gefährdet gefühlt und empfand die Filipinos immer als super freundlich und aufgeschlossen.

In wie weit es also sicher ist auf die Philippinen zu reisen muss jeder für sich selbst entscheiden, diese Frage wird keiner für dich beantworten können.

Taifun-Warnungen:

Taifun-Warnungen kannst du jederzeit im lokalen Fernsehen verfolgen, desweiteren wirst du per SMS informiert falls du eine SIM Karte vor Ort kaufst. Bei Unsicherheiten oder Angst frag einfach einen Filipino, sie sind an Taifune gewöhnt und können dir sagen was im Ernstfall zu tun ist. Wir hatten für den Neujahresmorgen eine Taifun-Warnung, und ja wir haben den Tag im Apartment verbracht und die darauffolgenden Tage gab es hier und da mal einen Engpass mit Lebensmitteln, sonst sind wir aber glimpflich davon gekommen.

Ich habe beide Reiseführer bestellt, und das obwohl ich eigentlich selten einen Reiseführer kaufe. Meist recherchiere ich vorab selbst und auch während dem Urlaub im Netz. Doch, dass die Internet Verbindung auf den Philippinen nicht unbedingt stabil ist, ist kein Geheimnis und bei einem so vielfältigen Reiseziel wie den Philippinen dachte ich mir kann ein „richtiger“ Reiseführer nicht schaden. Schlussendlich habe ich mich für den Stefan Loose Reiseführer Philippinen* entschieden, das Handbuch von Jens Peters* war mir persönlich einfach zu umfangreich.

Lesetipp:

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Optimistische, sportbegeisterte & sture Trotzdem-Macherin. Seit ich 2012 das erste Mal meinen Rucksack gepackt habe, bin ich zum Reise-Suchti mutiert. Immer auf der Suche nach dem Neuen und Unbekannten.

5 Kommentare

  1. Wie immer, top recherchiert und super informativ. Vielen Dank für diesen Tollen Artikel. Eigentlich sollte man den direkt in unseren Facebook Gruppen oben anpinnen, weil genau diese Fragen immer wieder kommen 😉
    Ich werde in Zukunft einfach auf diesen Artikel verlinken, wenn wieder mal solche Fragen auftauchen – das geht schneller und ist viiiiel informativer. Liebe Grüsse, Urs

    • Lieber Urs,

      vielen lieben Dank für dieses riesen Kompliment und das von einem Philippinen Profi – Danke!

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