Aus dem Leben Reiseplanung Roadtrips

Sabbatical: Weltreise, Corona und ein (erstmal) geplatzter Traum

Heute wird´s Privat – so viel vorneweg. Corona oder auch Covid-19 hat mein Leben ganz schön durcheinander gebracht. Wenn ich im März noch dachte ich könne im Oktober meine 1 Jährige Weltreise antreten, so ist mein Traum (zunächst) einmal geplatzt.

Leben mit Corona bzw. Covid-19

Viele Menschen haben auf Grund der aktuellen Lage schwierige Situationen zu meistern, hier fallen mir zunächst Stichworte wie Kurzarbeit, Jobverlust, Existenzangst, aber auch Hochzeiten, Geburten und Depressionen ein. Jeder von uns musste und muss zurückstecken, Kompromisse eingehen und mit verschiedenen Situationen umgehen (lernen). Und ich glaube wir müssen uns mit Corona “anfreunden” bzw. damit leben und versuchen Wege zu finden, denn Corona ist nicht wie anfangs gedacht, genauso schnell wieder weg wie es gekommen ist.

Da Du wahrscheinlich genauso neugierig bist auf die Welt wie ich, wird das Reisen ebenso zu den Punkten gehören, die Dich die letzten Monate beschäftigt haben, wie mich auch. Denn auch wenn ich mich glücklich schätzen darf, dass ich in meinem Hauptjob mehr als genug zu tun habe und mein Arbeitgeber glücklicherweise nicht über Kurzarbeit nachdenkt, hat Corona mein Privatleben bzw. die geplante Reise dafür mehr als mir lieb ist, durcheinandergeworfen.

Nun werden also die Karten neu geschmischt

In den letzten Jahren, aber vor allem in den letzten Monaten, seit die Pandemie bei uns ausgebrochen ist habe ich lernen müssen, teilweise schmerzlich, dass das Leben nicht planbar ist und es künftig wahrscheinlich auch nicht mehr zu planen sein wird. Und das für mich, die eigentlich sehr organisiert und strukturiert ist. Aber es bringt ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken – Lösungen, Wege, Ideen müssen her!

Der Blick auf die Golden Gate Bridge in den USA San Francisco lässt mich an meine Weltreise Pläne denken!
Das Leben geschieht während Du Pläne schmiedest!

Das war der Plan – Weltreise 2020

Ab Oktober 2020 freigestellt, ein Jahr mit dem Rucksack durch die Welt tingeln. Einmal auf Weltreise gehen, sich treiben lassen, Menschen und Kulturen kennenlernen und am Besten auch noch Kitesurfen. Ganz grober Plan: 3-4 Monate Südamerika, 2-3 Monate Australien und Neuseeland und dann weiter nach Afrika – Madagaskar und Mosambik waren ganz groß im Rennen.

Und dann kommt Covid-19. Anfangs, es müsste im April gewesen sein, da dachte ich noch “Der Start bis zu meiner Weltreise im Oktober ist ja noch weit weg”, heute denke ich ein bisschen anders darüber und bin sehr froh, dass mein Arbeitgeber der Verschiebung des Sabbaticals (um ein Jahr) zugestimmt hat. Nicht, dass ich davon ausgehe, dass wir bis dahin keine Einschränkungen mehr haben werden, aber zumindest habe ich bis dahin etwas Zeit neue Ideen zu sammeln und Pläne zu schmieden.

Frankfurt am Main zu Corona Zeiten, Frühling
Während Corona habe ich viel Zeit mit Sport und in der Natur verbracht. Das Leben in einer Großstadt wie Frankfurt hat sich im Frühjahr 2020 komplett verändert: Frankfurt, eine Geisterstadt in Zeiten von Corona.

Wie funktioniert eigentlich ein Sabbatical?

In vielen Unternehmen gibt es ein Sabbatical Modell oder auch mehrere. Bei uns im Unternehmen gibt es verschiedene Varianten der Freistellung. Von 3 Monaten bis 1 Jahr ist alles möglich. Dabei muss vorab für die Abwesenheit angespart werden. Auch dafür gibt es verschiedene Zeiträume und Prozentsätze.

Ich habe mich für die schnellste und längste Freistellung entschieden: 1 Jahr Verzicht auf 50 % Einkommen – 1 Jahr Sabbatical, ebenfalls mit 50 % Gehalt. – seit Oktober 2019 bekomme ich also die Hälfte an Gehalt und spare so für die Zeit meiner Abwesenheit. Nur am Rande: ein Sabbatical muss natürlich nicht für eine Weltreise genutzt werden.

Plan B muss her!

Mein Plan B ist eigentlich gar kein wirklicher Plan, denn dass wir nicht alles fix planen können hat Corona uns ja deutlich gemacht. Aber ich habe nun zumindest eine Idee, wie ich ab Oktober 2021 mein Jahr verbringe. Und wie es dazu kam, war ein ziemlich einschneidendes Erlebnis und deshalb möchte ich kurz davon berichten.

Im Mai 2020, mitten in der Corona Zeit hat es mich das erste Mal wieder rausgezogen – ich musste einfach ans Meer. Auch wenn viele Hotels und Campingplätze noch geschlossen waren, hier in Frankfurt hat mich der Reisekoller überrannt. Glücklicherweise bot mir ein Freund an seinen VW Bus zu nehmen. Gesagt – getan. Und da stand ich dann mit dem VW Bus, ohne Standheizung, bei einem Bauern in Gollendorf, auf Fehmarn. Die Nächte waren kalt, aber die Tage warm und einfach grandios.

Und dann war da dieser eine Morgen: 6:30 Uhr schlage ich die Augen auf und ich muss leider wie meist, erstmal den Weg zum Toilettenhäuschen hinter mich bringen. Gesagt, getan, als ich die Türe des VW Busses aufmache, pfeift mir schon der Wind entgegen und als ich dann hinaus trete und die ersten Schritte gehe, entdecke ich tatsächlich schon die ersten Kites auf dem Wasser. Auf dem Rückweg zum Bus entschied ich ganz spontan und eher automatisch mich direkt hinters Steuer zu setzen und an den Spot zu fahren.

Keine 30 Minuten später steigt mein Kite in die Luft, der Wind fegt mir durch die Haare und meine Hände frieren – aber ich habe eine absolut geniale Morning Sesson auf dem Wasser. Und dabei ist die Entscheidung gefallen:

Vom Schlafshirt in den Neo, genau das will ich!

Van/Bus-Kauf, was muss ich wissen?

Noch im selben Monat habe ich mich dann mit dem Thema Van/Bus – Kauf auseinandergesetzt und im Juni konnte ich einen Peugeot Boxter mein Eigen nennen. Durch einen glücklichen Zufall bin ich dann auch noch auf Ben von Reisemobiltechnik Wiesbaden gestoßen, der mir meine Ausbaupläne in die Tat umsetzen sollte. Mehr Infos zum Thema Van Ausbau wird es noch in einem separaten Beitrag geben. Aber ich kann euch jetzt schon sagen – dieser Van gibt mir ein absolutes Freiheitsgefühl und ist damit nicht nur Plan B für mein Sabbatical geworden, er gibt mir die Möglichkeit eine ganz andere Art des Reisens kennenzulernen. 

Happy Welcome Makani

Makani ist übrigens “Hawaiianisch” und bedeutet Wind.

Nachdem ich meinen Van schon im August abholen konnte, gab es noch zwei Dinge: er benötigt unbedingt einen Namen und er soll natürlich auch für lustloszugehen.de stehen.

Makani, mein ausgebauter Van ist fertig foliert. Mein Plan B für meine Weltreise.
ENTDECKEN. ERLEBEN. ERINNERN. …weil wir kein zweites Leben im Koffer haben

Die Abstimmung unter meinen Lesern ging recht unkompliziert und war super witzig. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die vielen kreativen Namensideen! Happy Welcome Makani!

Letztes To-do bevor wir zu unserem ersten längeren Trip starten: die Folierung. Makani sah bislang aus wie ein Lieferwagen, weiß und unscheinbar. Nun strahlt er in den Farben von lustloszugehen.de, in weiß, grau und grün.

So geht es weiter

Bis zu meiner offiziellen Freistellung und dem Start meiner Reise in knapp einem Jahr werden Makani und ich bestimmt noch den ein oder anderen Roadtrip machen. Sollte es möglich sein Südamerika und Australien zu bereisen, werde ich das via Rucksack über den Winter machen und ab dem Frühjahr mit Makani unser schönes Europa entdecken. Sollte auf Grund von Covid-19 keine Fernreise möglich sein, dann suche ich mir mit Makani ein schönes Plätzchen zum Überwintern, z.B. Tarifa, im Süden Spaniens.

Solltest du noch eine Idee für den Winter in Europa haben, nur her damit!

Lesetipp:

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Optimistische, sportbegeisterte & sture Trotzdem-Macherin. Seit ich 2012 das erste Mal meinen Rucksack gepackt habe, bin ich zum Reise-Suchti mutiert. Immer auf der Suche nach dem Neuen und Unbekannten.

16 Kommentare

  1. Liebe Isa,

    es ist toll, dass du dich nicht von den Corona Umständen hast unterbekommen lassen. Mir gefällt deine Idee richtig gut und klasse, dass du dich für den Bus entschieden hast. Auch den Namen finde ich toll gewählt. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass das meiste deiner Träume und Ziele umsetzbar ist. Natürlich hoffe ich auch auf spannende Berichte.

    Liebe Grüße
    Mo

  2. Da durftest Du eine wichtige Lebenslektion lernen. Es ist eine Illusion zu glauben wir hätten unser Leben im Griff. Steht schon in der Bibel “Der Mensch denkt, Gott lenkt”. Wer das begriffen hat ist für alles was wie gedacht funktioniert tief dankbar und kann im Hier und Jetzt leben.
    Alles Liebe
    Annette

  3. Da geht es mir genau so wie dir: Ich wollte auch eigentlich ein Sabbatical nehmen und auf Weltreise sein – und musste es wegen Corona absagen. Ich hoffe einfach, dass ich irgendwann verstehe, wofür es für mein Leben gut war, dass ich meine Pläne erst einmal nach hinten verschieben muss.
    Liebe Grüße

    • Liebe Eva,

      dann drücke ich uns beiden die Daumen, dass der Tag X kommen wird an dem wir starten dürfen 🙂

      Bis dahin bleib Gesund und alles Liebe!
      Isa

  4. Liebe Isa
    Leider ist es oft so, dass unseren Plänen einen Strich durch die Rechnung macht. Schön, aber dass du trotzdem für dich eine Alternative mit dem Van gefunden hast und hoffe sehr, dass du den Winter an einem schönen Plätzchen verbringen darfst. Toll auch, dass dein Arbeitgeber so flexibel war und du nun dein Sabbatical verschieben kannst. Ich kenne bei uns Sabbaticals in dieser Form nur für Lehrer die eine gewisse Anzahl an Jahre gearbeitet haben. Schön, dass das anscheinend auch in anderen Unternehmen mit so vielen verschiedenen Modellen machbar ist.
    Alles Gute,
    Lena

  5. Ohje, da ist ja echt einiges durcheinander geraten. Ich kenne einige, die entweder gerade auf Weltreise aufgebrochen sind oder geplant hatten, es zu tun, als Corona kam. Einige haben wie du auch ein Jahr verschoben, andere haben umgeplant. Es ist echt krass, wie viel so ein kleines Virus durcheinander wirbeln kann. Aber sehr cool, dass dein Arbeitgeber zugestimmt hat, das Sabbatical zu verschieben. Viele Länder in Südamerika und auch deine Ziele Australien, Neuseeland, Madagaskar und Mosambik sind ja eh noch zu. Ich will nächstes Jahr auf Madagaskar flittern und hoffe so, dass sich alles ein wenig normalisiert bis dahin.
    Liebe Grüße

    • Liebe Miriam,

      auf Madagaskar flittern? Das klingt ja grandios! Ich hoffe sehr für euch, dass bis dahin wieder etwas Normalität eingekehrt ist. Aber nachdem was die letzten Wochen und Monate passiert ist rechne ich tatsächlich mit allem. Momentan ist planen einfach fast unmöglich, leider.
      Ich bin sehr froh, dass ich die Chance bekommen hab das Jahr zu verschieben, denn anderenfalls wäre ich gerade gestartet und um ehrlich zu sein wüsste ich nicht wohin…

      Bleib gesund und tschakka!

      Hab ein tolles Wochenende und bis bald
      Isa

  6. Ich finde es unglaublich toll, dass du uns den finanziellen Aspekt erzählst. Jeder der über seine Weltreise spricht, geht nie an das Thema Geld ran. Das ist schade. Viele von uns möchten auch eine Weltreise machen, aber können sich das nicht leisten. Du musst wirklich in einer sehr guten Firma arbeiten, wenn du ein Sabbatical Jahr machen kannst. Ich könnte mich nicht von der Arbeit frei stellen lassen. Leider habe ich vor einem Monat die Kündigung bekommen.
    Leider ist das normal, bevor ein Chef auf dich verzichtet, schmeißt er dich raus und stellt jemanden ein, der flexibler ist.
    Das ist traurig.

    Mit freundlichen Grüßen
    Miss Katherine White

  7. Ein Jahr aussetzen könnte ich mir in meinem Job gar nicht erlauben, schön dass das bei dir möglich ist! Ist zwar schade, dass du alles verschieben musstest, aber freut dich auf nächstes Jahr! Wir denken mal positiv, da kann man bestimmt wieder viele Pläne schmieden! Meine Tochter und ich verreisen seit Jahren zu Silvester, haben aber auch schon Zweifel, ob das dieses Jahr Sinn macht!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Hi Jana, danke für deinen netten Kommentar 🙂 Ja, ich weiß das mit dem Sabbatical wirklich zu schätzen, das ist nicht selbstverständlich. Ich drücke euch die Daumen für eure Reise rund um Neujahr und hoffe ihr könnt ein paar Tage abspannen.

      Sei lieb gegrüßt!
      Isa

  8. Oh ja, dieses Jahr ist einfach nur schräg und ich hoffe jeden Morgen, dass ich es doch nur geträumt habe.
    Ich verreise gerne in Deutschland, 1-2 mal im Jahr zieht es mich ins Ausland. Aber auch gerne nur für Kurztrips. Aber sogar das ist schwierig bis unmöglich und macht teilweise auch keine Lust irgendwas zu planen.
    Mir geht es wie dir – ich habe im Job super viel zu tun, keine Kurzarbeit, Entlassungen oder ähnliches und kann mich daher auf der einen Seite glücklich schätzen, auf der anderen Seite bin ich natürlich trotzdem frustriert aufgrund des ganzen Themas.
    Bei mir in der Firma haben auch einige ihr Sabbatical verschoben, der eine oder andere hat es trotzdem angetreten.
    Ich bin gespannt, wie sich das Ganze weiterentwickelt. Aber ich sehe es wie du, der Virus ist da und wir müssen damit leben. So wie mit anderen Viren, die irgendwann mal aufgetaucht sind auch.
    Die Idee mit Fehmarn hat mir total gefallen, auch dass du das Kitesurfen gleich umgesetzt hast. 🙂
    Sehr geil!
    Liebe Grüße, Katrin

    • Liebe Katrin,
      ganz ganz herzlichen Dank für deinen tollen Kommentar, hat mich total gefreut!
      Und ja, auch ich habe lange gebraucht um wirklich zu realisieren was hier passiert, schräg, oder?

      Ich drück Dir die Daumen, dass der Job weiterhin gut läuft, dass du vielleicht doch noch ein paar tage wegfahren kannst zum abspannen und natürlich, dass du weiterhin fit und gesund bist.

      Mach´s gut und bis hoffentlich ganz bald!
      Isa

  9. Hey,

    sehr schade, dass der Traum erstmal geplatzt ist. Ich hoffe du bekommst bald eine Chance dazu.
    Aber schön, dass du eine Alternative gefunden hast um nicht zu Hause zu bleiben. Wünsche dir immer viel Wind zum Kiten.
    Liebe Grüße
    Julia

  10. Hey Isabelle,

    es klingt erstmal richtig schlimm, wenn ein Plan scheitert. Trotzdem ist daraus etwas richtig schönes geworden und ich freu mich richtig für dich! Die Folierung ist übrigens super gelungen und ich bin gespannt auf deine Erlebnisse. 🙂 Wunderbare Reisen! 🙂

    Liebe Grüße
    Jasmin

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