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Kitesurfen auf Sardinien – die besten Kitespots von Porto Pollo bis in den Süden

Mit seiner Gesamtgröße von rund 24km² gilt Sardinien als zweitgrößte Insel im Mittelmeer und bietet mit Wind, Welle und Flachwasser alles, was das Kiter-Herz begehrt. Für mich persönlich gilt die Insel als kleiner Karibiktraum innerhalb Europas. Warum? Weil das Wasser einfach super klar und die Landschaft einfach atemberaubend ist.

Übersicht

Empfohlene Reisemonate: April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober

Level: Beginner, Aufsteiger und Fortgeschritte

Wind: Moderat und Stark 

Spot Konditionen: Flachwasser, Kabbelwelle und Welle

Geeignet für: Familien, Paare, Gruppen und auch Alleinreisende

Freizeit: Wandern, Sightseeing, Restaurants, Clubs

Vor- und Nachteile

+ Echter Spaßfaktor für Kiter und Nicht-Kiter

+ Auch an Tagen ohne Wind (die sind nicht all zu häufig sind) gibt es viel zu entdecken

+ Viele Kitespots

+ Meistens Wind

+ im Sommer kein Neo notwendig

– Lange Anreise

– super volle Spots

– Nicht alle Spots sind im Sommer geöffnet

Wind, Wetter, Wassertemperatur und die beste Reisezeit zum Kitesurfen auf Sardinien

Die beste Reisezeit für einen Besuch auf der Insel ist grundsätzlich in den wärmeren Monaten. Willst Du die Insel allerdings ein wenig mehr für Dich ohne Menschenmassen genießen, eignen sich die Monate ohne Ferien April – Mai oder Oktober – November am besten. Frei stehen ist dann natürlich immer noch verboten, allerdings wird es aufgrund der geringeren Anzahl an Touristen oftmals gedulded. Grundsätzlich am schönsten ist die Insel allerdings in den Sommermonaten Juni – September, wenn auch die Wassertemperatur bis 26 Grad Celsius erreichen kann. Leider sind dies auch die Monate, in welchen die Parkplätze nicht mehr kostenfrei und einige Spots aufgrund der vielen Badegäste nur eingeschränkt befahrbar sind.

Wind und Saison

Grundsätzlich herrschen in Sardinien mehrere Winde vor, von denen die wohl bekanntesten der aus dem Nord-Westen kommende Mistral (ital. „Maestrale“), der aus südöstlicher Richtung strömende Scirocco, der Ponente (Süd- und Westwind), sowie der Levante (Ostwind) sind. Je nach Wetterlage können die Winde vor Ort die Stufen leicht, mittel und stark erreichen, wobei die stärksten Winde in der Regel am häufigsten in den Frühlings- oder Herbstmonaten auftreten. Da der Wind im Großen und Ganzen lediglich für einige, wenige Tage eine Pause macht, hat die Isola del Vento (deutsch: Insel des Windes) ihren Namen nicht von ungefähr. Denn Wind findet man auf der Insel fast immer. Trotz der viele Windtage und der hohen Windwahrscheinlichkeit ist es gut, nicht unvorbereitet loszufahren. Denn auch im Oktober gab es einige Tage, an denen ich meinen 12er oder 14qm Schirm bemühen musste, um ein bisschen Spaß auf dem Wasser zu haben. Meine Empfehlung daher ist 6, 9 und 12qm mitzunehmen (für die männlichen Leser muss natürlich entsprechend nach oben skaliert werden).

Wassertemperatur

In den Sommermonaten kann Sardinien schon ziemlich warm werden, sodass sich bei 25 Grad Wassertemperatur einige im Shorty und oder Bikini/Badehose ins Wasser trauen. Ich selbst hatte im Oktober einen 2mm Shorty dabei, den ich aber lediglich 2x tragen konnte. Denn mit den sinkenden Außentemperaturen fallen auch die Wassertemperaturen auf 20 Grad und weniger. Da wir einige Wettertiefs hatten, war ich sehr froh zusätzlich meinen 3/2er Neo eingepackt zu haben. Trotz des milden, mediterranen Klimas in Sardinien können die insbesondere die Abende auch relativ kalt ausfallen. Daher – unbedingt auch 1,2 dicke Pullis einpacken.

Kitespots zum Kitesurfen auf Sardinien

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Punta Trettu

In Abhängigkeit von der Windrichtung und dem gewünschten Terrain bietet Sardinien jede Menge Spots, in denen man sich austoben kann. Die meiste Zeit in meinen 3 Wochen Urlaub habe ich in Punta Trettu verbracht. Punta Trettu funktioniert bei Nord-West-Wind. Der Spot befindet sich im Süden der Insel und bietet einen wirklich sehr kleinen Flachwasserbereich, sowie einen größeren Bereich mit Kabbelwelle, welche durch eine Landzunge voneinander getrennt sind. Da insbesondere der Kabbelbereich relativ groß und weitläufig ist, bietet sich hier jede Menge Platz sich auszuprobieren. Der Einstieg erfolgt über einen kleinen Strandabschnitt am Anfang der Landzunge. Da dieser relativ klein und eng ist, kann der Einstieg ein bisschen tricky sein. Aufpassen sollte man hier auch auf Muscheln. Diese liegen teilweise zerbrochen im Sand rum und können ganz schnell im Fuß hängen bleiben. Ein Invest in dünne Neoprenschuhe lohnt sich. 😉 

Da das Wildcampen in Sardinien ab Oktober nicht erlaubt, aber gedulded ist, ist Punta Trettu auch in der etwas kühleren Jahreszeit ziemlich gut besucht. Leider ergibt sich hieraus auch das absolute Down für den Spot. Denn es gibt keine Toiletten! So befinden sich all die Menschen, die mit oder ohne Spaten in dem Wald verschwinden, nicht unbedingt auf Wanderung und Waldentdeckungstour. Leider sieht man dies dem Wald auch an. Daher – toller Spot, aber absoluter Minuspunkt für menschliche Hinterlassenschaften und den Umgang mit der Natur.

  • Geeignet für: Kitesurfer (Fortgeschrittene, Profis)
  • Revier: Kabbel, Flachwasser
  • Windrichtung: NW

Porto Botte

Aufrund seines relativ großen Stehbereichs ist Porto Botte ein idealer Spot für Anfänger. Am besten funktioniert der Spot bei Nordwest oder Westwind. Der Aufbau-, Start- und Landebereich ist leider nicht super groß, dennoch ausreichend, insofern sich alle ein bisschen arrangieren. Trotzdem sollte man zum Starten sollte lieber ein paar Schritte ins Wasser gehen. Da das Meer im Sommer und Herbst relativ viel Seegras anschwemmt, ist das nicht unbedingt ein Pluspunkt für den Spot. Für diejenigen, die auf Flachwasser stehen allerdings unumgänglich.

Ab Juni ist in Porto Botte auch eine kleine Kitestation aufgebaut, welche sanitäre Anlagen, sowie Rescue gegen ein entsprechendes Entgeld anbietet. Besonders cool: Das Naturschutzgebiet gegenüber – manchmal kann man hier auch Flamingos sehen.

Funktionierende Windrichtungen für Porto Botte sind Nordwest- sowie Westwind.

  • Geeignet für: Kitesurfer (Fortgeschrittene, Profis)
  • Revier: Flachwasser, Kabbelwelle
  • Windrichtung: NW, W

Porto Pollo

Mit seiner tollen Infrastruktur ist Porto Bollo für viele eine der ersten Anlaufstellen, wenn es um’s Kiten auf Sardinien geht. Denn neben sanitären Anlagen findet man hier auch mehrere Surfbars, die zum ein oder anderen after-kite drink einladen. Das tolle an Porto Pollo ist, dass man sich aufgrund der Düse zwischen Korsika und Sardinien fast immer auf kitebare Windverhältnisse einstellen kann – auch wenn der Forecast lediglich 7,8 Knoten voraussagt. 

Da der Spot ein ursprüngliches Windsurfrevier ist, haben die Windsurfer hier das Vorrecht und die schönere Seite – nämlich den östlichen Teil des Spots – bekommen. Da der Wind meistens von der Westseite kommt, ist das Wasser dort relativ flach, wohingegen die westliche Spotseite für die Kiter relativ kabbelig ist. 

Der Spot funktioniert am besten bei Nordwest- und Westwind. Flachwasser bietet der Spot für den Kitesurfbereich an Ostwindtagen – allerdings sind diese eher rar.

  • Geeignet für: Kitesurfer (Fortgeschrittene, Profis)
  • Revier: Kabbel
  • Windrichtung: NW, W

Anreise

Aus dem Norden Deutschlands in den Süden zu fahren ist nicht unbedingt immer ein Zuckerschlecken. Insbesondere die ganzen Baustellen und Staus auf den Autobahnen und oder gesperrte Bergpässe können nicht nur die Durchreise verzögern, sondern auch viele Nerven kosten. Daher ist es wertvoll immer genügend Zeit einzuplanen, um die Fähre nicht zu verpassen oder ein so flexibles Ticket zu buchen, dass spontan auf eine andere Fähre umgebucht werden kann.

Sollte man mit seinem Camper auf die Insel wollen, erreicht man Sardinien mit der Fähre. Hier können von Genua, Livorno, Piombino, Civitavecchia und Neapel verschiedene Häfen angefahren werden. Die fünf größten Fähren auf Sardinien sind Olbia, Cagliari, Arbatax, Porto Torres und Golfo Aranci. Tickets können direkt über die Anbieter Grimaldi Lines, Moby Lines oder Direct Ferries gebucht werden. Meiner Erfahrung nach sind beide sehr Reedereien sehr gut (allerdings hat Moby Lines die cooleren Cartoons an den Wänden, was mich als großer Looney Tunes Fan sehr gefreut hat). Selbstverständlich ist Sardinien auch gut mit dem Flugzeug zu erreichen. Aufgrund der fehlenden Flexibilität und den hohen Kosten für Mietwagen und Sportgepäck würde ich diese Option allerdings eher für Kurztrips in Erwägung ziehen.

Da Sardinien insbesondere in den letzten Monaten vermehrt Kite- und Windsurfer angelockt hat, sollten Campingplätze möglichst früh gebucht werden. Denn frei stehen aka wildcampen ist auf der Insel ausdrücklich verboten und wird wohl insbesondere in den Sommermonaten streng kontrolliert.

Unterkünfte

An Unterkünften mangelt es in Sardinien nicht. Egal ob ein einfaches Zimmer, Ferienwohnung oder Hotel. Hier ist für jeden Geschmack und Geldbeutel was dabei, schau doch mal direkt bei Booking* rein:

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Und wenn kein Wind ist?

Insofern auf Sardinien kein Wind sein sollte, hat die Insel trotzdem jede Menge zu bieten. Es gibt unzählige Trips in die Berge und Wanderwege, welche zu einsamen Stränden führen. Nicht zu vernachlässigen sind Sardiniens wundervolle Städte, welche zum ein oder anderen Bummeltrip einladen.

Kitesurfen auf Saridinien

Fragen und Antworten

Kann ich auf Sardinien campen? 

Ja! Neben Ferienwohnungen, Hotels, Bed and Breakfasts und änlichem bietet Sardinien eine ganze Menge an Campingplätzen, welche in der Regel bis Oktober geöffnet sind. 

Ist Sardinien für Kite-Anfänger geeignet?

Ja. Doch auch hier gilt sich vorab zu informieren und ganz am Anfang erst einen Kitekurs zu machen. Ein geeigneter Spot zum Lernen ist beispielsweise Porto Pollo.

Wie sind die Preise fürs Kiten auf Sardinien?

Kiten in Sardinien ist grundsätzlich kostenlos, es fallen lediglich Kosten für Übernachtung, Parken, und Verpflegung an.

Was ist die beste Reisezeit zum Kiten auf Sardinien?

Die beste Reisezeit zum Kiten sind definitiv Sommer und Herbst. Die besten Windmonate sind April bis Oktober.

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